Bericht der Heilbronner Stimme vom 29. April 2026
Schrade bangt um die leichte Belebung am Bau
Bei der Hausmesse des Badausstatters und Bauzulieferers stehen die Trends der Branche im Fokus

Bei der Hausmesse von Schrade am Firmensitz in Neckarsulm wurden den etwa 2500 Besuchern die Neuheiten der Branche vorgestellt. Foto: Schrade
Von unserem Redakteur Heiko Fritze
Die ersten Monate des neuen Jahres waren erfreulich für den Bau-Zulieferer Schrade: Der Bereich Baustahl florierte wieder, allgemein war ein Aufwärtstrend im Wohnbau zu spüren, berichtet Geschäftsführer Ralf von Briel. Nun ziehen aber wieder Sorgen herauf – denn es ist unklar, wie sich die Krise am Persischen Golf auf die Rohstoffpreise und am Ende auf die Baukonjunktur auswirken wird.
„Das erste Quartal war nicht schlecht“, umschreibt es von Briel, der auch der Geschäftsführung des Mutterkonzerns Lotter mit Sitz in Ludwigsburg angehört. „Wir sind in Heilbronn eine Zuzugsregion – das spürt man.“ In der Bädersparte gingen die meisten Aufträge derzeit allerdings an Renovierungsprojekte, weniger in Neubauten. „Und jetzt müssen wir abwarten, ob das Ganze nicht wieder durch steigende Zinsen abgewürgt wird.“
Bei der Hausmesse am Wochenende – übrigens die 75. der Unternehmensgeschichte – präsentierte der Sanitär- und Baustoffhändler mit seinen Lieferanten die Neuheiten in den einzelnen Produktgruppen. Etwa 2500 Besucher kamen auf das Firmengelände. Bei Werkzeugen standen Akkugeräte im Mittelpunkt, zumal es mittlerweile eine gemeinsame Plattform mehrerer Hersteller gibt. Das Kabel habe auf der Baustelle ausgedient, berichtet ein Branchenvertreter. „Jeder arbeitet nur noch mit Akku.“
Konventionelle Heizungen sind kaum noch ausgestellt. Die Wärmepumpe steht im Mittelpunkt, auch Pelletsheizungen werden präsentiert. Da wittert auch ein Konzern wie Bosch, der keine konventionellen Heizungen herstellt, Morgenluft. Denn Wärmepumpen hat er im Portfolio. „Bauherren denken inzwischen darüber nach, ob sie nicht Splitgeräte statt normaler Heizungen einbauen“, erzählt Firmenvertreter Bernd Kranich. In Südeuropa sei es bereits Standard, diese Kombination aus Kühlung und Heizung zu verwenden – mit den milderen Wintern werde es auch in Deutschland eine Option. „Die Hochlaufkurve ist steil“, sagt Kranich.
In der Stahlhalle führen von Briel und Co-Geschäftsführer Arnd Seufer das Hochregallager mit Komissionieranlage vor. Vor einem Jahr wurde die Investition vollständig in Betrieb genommen. 12.000 Kassetten für bis zu sechs Meter lange Stangen und Rohre sind eingebaut, jede kann 2,5 Tonnen tragen.
Das vergangene Jahr hat Schrade mit einem Umsatzrückgang abgeschlossen, berichtet von Briel. Das Neckarsulmer Unternehmen mit weiteren Standorten in Sontheim, Leingarten, Öhringen und Sinsheim erzielte 80 Millionen Euro Umsatz, die Belegschaft sank von 200 auf 190. Die Lotter-Gruppe kam auf einen Umsatz von 750 Millionen Euro mit etwa 2000 Mitarbeitern, was in etwa Vorjahresniveau entspricht.
